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Visiten hinter Indien

Visiten hinter Indien

by Eberhard Zeiler
Visiten hinter Indien

ISBN 978-3-943528-85-5    16,90 €   1.Halbjahr 2014

Unterwegsnotate

Das nebelverhangene Massiv des Gunung Agung; an einer seiner Flanken der bergwärts strebende Komplex des ‚Mutter-Tempels’ BESAKIH, ein wie selbstverständlich durchlebter sakraler Raum. Scharen erwartungsfroher Menschen, rituelle Gaben mit sich führend, durchsteigen die Terrassen und Tempel. Ich wohlgelitten unter ihnen, bis ich, der Nicht-Hindu, dezent zum (nur) imaginativen Schauen auf das jeweilige Sanctum gedrängt werde. Und doch: für die Einweihung meines Sarongs fraglos der angemessene Ort. Dazwischen der Mix aus Gunas Informationen, unseren Wahrnehmungen und meinen dahingekritzelten Gedankensplittern, Notaten eben. In einem Abriß berührt Guna das magisch-mythische Malaysia (Animismus: Naturgeister in den Cameron Highlands, Schutz- und Hausgeister;Religions-, Glaubens-, Aberglaubensvielfalt, mythische und kultische Exempel; die Vermutung, daß ‚Magie’ ein aufstrebendes Tourismusfeld sein könne); im dschungelüberzogenen Malaysia gewiß eine Erlebens- und im besten Falle Verstehensdisposition. WAT MAHATHAT, 14. Jahrhundert: Du stehst, im Angesicht eines meditierenden Erleuchteten (die Flamme über seinem Kopf), vor jahrhunderteverwitterter Pagode – Stein gewordenes Mittelalter, das nicht mehr atmet, aber zu dir spricht. Und das dachlose Säulenlabyrinth, flankiert von segnendem Buddha links. Greifbar fast die ins Steinareal sich senkende Geschichtsmächtigkeit. Und du folgst den Formen, den Dimensionen, den Proportionen der anscheinend ewigen Gebilde. Und du suchst nach Worten unverlierbarer Anverwandlung. . bald rollen wir auf rötlich-staubigen Wegen zwischen knochentrockenen Feldern, manchmal an Cashew-Plantagen entlang, und durch vormittagsstille, nur von hellen Kinderstimmen („Hallo, hallo!“) durchtönte Dörfer. Gerade hier, hören wir aber auch, in diesem sich uns friedvoll-unverletzlich darbietenden Landstrich, in dem wir schnell Grüppchen von Kindern um uns haben (und ich mich dabei ertappe, wie ich ihre natürliche Unschuld am Maß vermuteter großelterlicher Schuld kleinzudenken wage), gerade hier nämlich fanden vor Generationen die Roten Khmer Zuflucht und Hilfe

 

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