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TAGTÄGLICH

TAGTÄGLICH

Tagtätglich

Haiku und Prosa

ISBN 978-3-95632-389-8
1.HJ - 03/2016
Preis: 12,80 €

Das Buch TAGTÄGLICH von Christine Gradl ist ein Ganzes der kleinen Momente, der vielen Episoden des alltäglichen Lebens, in das der Leser eintauchen darf. (Zitat aus dem Vorwort zum Buch von Gontran Peer, Haiku- und Senryudichter)

Selbstverständlich wird nicht jeder Leser zu jedem literarischen Werk, egal um welches Genre oder Thema es sich handelt, denselben Zugang haben und somit auch jedes Buch, als auf der selben geistigen Ebene sich befindend, betrachten. So wie jeder Autor beim Schreiben ist doch auch jeder Leser beim Lesen verschiedentlich gefordert, und das ist auch gut so. Ich sage oder besser gesagt schreibe das, weil Christine Gradl, Autorin des hier vorgelegten Buches, nicht nur ganz besondere Aufmerksamkeit, sondern auch ganz besondere Anerkennung für ihren Mut und für ihre Ehrlichkeit verdient.

Das Buch „Tagtäglich“, das man niemals zu Ende lesen kann und welches Haiku und Prosa beinhaltet, soll nämlich - auch wenn es, nur zu oberflächlich betrachtet, durch eine gezwungenermaßen gewählte Ich-Form, den Anschein haben könnte - nicht eine autobiografische Lebensdarstellung sein, sondern es will seinen Lesern einen durchwegs wohlwollenden Impuls – so wie bereits schon vor diesem Werk – geben. Der Leser sollte, so interpretiere ich es für mich, genauso mutig und ehrlich sich selbst hinterfragen, wie es denn mit seinem Alltag aussieht. Der Leser liest nämlich ja auch das Wort Ich als solches und nicht als dritte Person. Um zum Beginn zurückzukehren ist die Frage also, inwieweit kann nun der Leser sich mit der Erfahrungsebene der Autorin identifizieren.

Mir fällt es sehr schwer, einen ganz besonderen Moment im Buch „Tagtäglich“ auszumachen. Das Lesen ist so flüssig – so, als würde mir Christine Gradl alles ganz persönlich erzählen, mit einer vortrefflichen Leichtigkeit und Einfachheit. Wie ist es möglich, einen besonderen Prosatext oder einen besonderen Dreizeiler hervorzuheben. Ich komme schließlich zum Schluss, dass es falsch wäre, eine so gelungene Einheit zu zerstückeln. Denn es ist ein Ganzes der kleinen Momente, der vielen Episoden des alltäglichen Lebens, in das ich als Leser eintauchen darf, das ich aber nicht beurteilen sollte. Beurteilen darf ich nur mich selbst. Was ich hiermit meine ist, wie gehe ich als Leser mit meinen alltäglichen Erfahrungen um. Christine Gradl zeigt in ihren Darstellungen, dass sie aus ihren Erfahrungen etwas lernt. Aber wie gehe ich als Leser mit meinen Erfahrungen um, aktiv oder nur passiv.

Christine Gradl will mit ihrem Buch „Tagtäglich“ aktiv ihre alltäglichen Lebenserfahrungen mit Lesern teilen und ihr Lernbedürfnis sowie ihren Lernwillen den Lesern mit Bescheidenheit mitteilen. Christine Gradl geht es also darum, etwas mit anderen zu teilen und zwar, wie schon anfangs gesagt, mit vorbildlichem Mut und mit vorbildlicher Ehrlichkeit. Das macht ihr Werk auch so authentisch.

Wer „Tagtäglich“ von Christine Gradl liest, stößt auf eine Realität, die viel größer ist als jene des Alltäglichen. Es ist die Realität des Selbst, des Geistes, die Realität der Seele. Ein Blick auf die Seele lohnt sich allemal und wenn „tagtäglich“, dann umso besser.

 

Brixen, im Januar 2016               

Gontran Peer

                    Haiku- und Senryudichter                                                                                    

Christine Gradl, geboren in Vilseck, lebt in Hirschau in der Oberpfalz. Es gibt von ihr zahlreiche Veröffentlichungen von Lyrik und Prosa in Anthologien, Literaturzeitschriften
und eigenen Werken. Eine Auswahl ihrer Gedichte wurde ins Englische, Kroatische,
Türkische und Albanische übersetzt. Sie nahm an mehreren internationalen Literaturfestivals in Kroatien teil und ist Kulturpreisträgerin der Stadt Hirschau.

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